Die Grundstückssuche

Die Grundstückssuche gestaltete sich bei uns etwas schwieriger.
Gefühlt gab es zu dem Zeitpunkt, als wir uns entschieden hatten zu bauen, keine Grundstücke mehr in Werder. Hin und wieder wurden uns von Maklern oder auch Town und Country Grundstücke angeboten. Aber meist hatten diese irgendeinen Makel. Wir haben natürlich auch selber auf den entsprechenden Seiten recherchiert.

Entweder lagen sie nicht in Werder oder die Verbindung zum öffentlichen Nahverkehr war nicht gegeben. Aber auch die Grundstücke selbst entsprachen oft nicht unseren Vorstellungen.

Hier mal ein paar Auszüge beziehungsweise Best Ofs, die wir erlebt haben.

Ich kann mich noch an ein Grundstück in Werder erinnern, wo wir noch nicht mal wussten, ob es überhaupt Bauland werden könnte. Das wollte der Makler noch in Erfahrung bringen. Als wir dort ankamen, standen wir vor einem Wald. Das Grundstück war wirklich zugewuchert. Man muss sich das ungefähr so vorstellen. Bis zum Ende des Grundstücks sind wir nicht gelangt, da der Boden voller Gestrüpp war und extrem viele wuchernde Bäume und Rosen oder irgendsowas auf dem Grundstück wuchsen. Als wir das Grundstück betreten wollten, mussten wir ca. einen Meter Gefälle nach unten überbrücken, um überhaupt heraufzukommen. Das Nachbargrundstück lag auch ungefähr einen Meter höher. Für uns war es unvorstellbar, das Grundstück zu kaufen. Allein das Bereinigen und Auffüllen des Grundstücks hätte immens viel Zeit und Geld gekostet, eh dort überhaupt an einen Hausbau hätte gedacht werden können.

Ein weiteres Highlight war ein Grundstück in unmittelbarer Nähe des Heizkraftwerkes. Wir fuhren dort an einem trüben, nebligen Novemberabend hin, um uns die Gegebenheiten vor Ort anzuschauen. Wir wussten bereits im Vorhinein, dass das Grundstück dreieckig geschnitten ist und entsprechend über ca. 100 Meter Straßenfront verfügt. Außerdem hatten wir in Erfahrung gebracht, dass Leitungen des Heizkraftwerkes über das Grundstück verlaufen. Wir haben es uns trotzdem angeschaut, obwohl die Aussichten, dass genau dieses Grundstück irgendwann unseres sein wird, sehr unwahrscheinlich waren.
Dort angekommen, fanden wir eine sehr skurile, fast gruselig wirkende Atmosphäre vor. Auf der einen Seite konnten die Bewohner des neu erbauten, drei- oder viergeschossigen Altenheims die Geschehnisse auf dem Grundstück beobachten. Auf der gegenüberliegenden Seite ragte der Turm des Heizkraftwerkes in die Höhe. Gefühlt stand dieser direkt auf dem Nachbargrundstück. Haben nur noch die Hexen gefehlt, die auf dem Besen ihre Runden um den Turm drehen. Der tief liegende Nebel unterstrich die Stimmung.
Auch die Häuser in unmittelbarer Umgebung waren allesamt mindestens eine Etage Höher gebaut worden, als unser Traumschloss es jemals sein sollte.
Positiv zu erwähnen ist, dass der Bahnhof 50 Meter Luftlinie entfernt lag.

Ein letztes Schmakerl, über welches ich gern noch schreiben möchte, war das Grundstück mit der einzigen gebrauchten Immobilie, die wir uns angeschaut hatten. Das war das einzige Haus, was halbwegs erschwinglich gewesen wäre. Die restlichen, bereits existierenden Häuser, die zum Verkauf standen / stehen, sind horrend teuer. Da kann man auch selbst bauen. Das ist die günstigere Alternative.
Dort angekommen, trafen wir auf ein Haus mit einer quietscherosa Fassade. Ich frage mich bis heute, wie sowas passieren kann. Aber Geschmäcker sind sicher verschieden 😉
Das Haus selbst  war in keinem gepflegten Zustand. Es hingen im gesamten Haus die Spinnenweben herunter, überall Staub und dieser extreme Tier- und Zigarettengeruch. Ein absolutes No Go. Hinzu kam der Schnitt, der nicht unseren Vorstellungen entsprach, aber da stellt sich ja auch jeder etwas anderes vor. Auch die Dachdämmung wurde nicht richtig ausgeführt. Das hat selbst unser Amateurauge gesehen. Auf Nachfragen nach Unterlagen zum Haus bekamen wir nur die Antwort, dass die Unterlagen verschütt gegangen sind. Das Haus war noch nicht mal 10 Jahre alt und auch die Baufirma sollte keine Unterlagen mehr dazu haben, da die Bauherren und die Baufirma sich gestritten hatten. Das klang sehr skuril. Aber mehr dazu später.
Die Grundstücksbesichtigung war auch nochmal interessant. Es war eigentlich ganz charmant terrassenförmig angelegt. Es erstreckte sich auf die Grundstückslänge gesehen nur ungefähr ein Gefälle von 10 Metern. Heißt als wir am hinteren Ende des Grundstücks angelangt waren, konnten wir ganz entspannt auf das Dach schauen.
Sehr viele Punkte haben einfach gegen das Haus gesprochen. Wir hatten noch überlegt, ob man Wände rausreißen könnte, die keine tragende Funktion haben. Aber ohne Unterlagen zum Haus, ist das Haus im Wiederverkauf leider auch weniger Wert. Meine spätere Recherche ergab dann, dass der Bauträger genau in der Zeit wo das Haus erbaut wurde, insolvent gegangen war. Dann wurde der Name geändert, eine neue GmbH gegründet und weiter gings mit der Misswirtschaft in den Folgejahren. Da wussten wir, dass dieser Bauträger definitiv nicht unser Haus bauen wird.

Aber wir hatten auch Lichtblicke am Horizont. Nach vielen Enttäuschungen, den oben genannten und den nicht Erwähnten bei denen wir am Ende nicht den Zuschlag bekamen oder die an sich gut waren, aber zu weit vom Bahnhof entfernt lagen, schien sich alles zu fügen.
Eines Tages hatten wir im Internet ein großes Grundstück gefunden, auf dem mehrere Parteien bauen sollten. Wir hatten uns mit dem Verkäufer und unserem Bauträger in Verbindung gesetzt und uns natürlich auch das Grundstück angeschaut. Die Lage war perfekt, ein Grundstück relativ nah am Bahnhof in einer Sackgasse von einer Sackgasse. Ruhiger gehts kaum. Es war auch kein Grundstück in den Havelauen. Dort wollten wir aufgrund der Havelnähe nicht hin. Außerdem lag das Grundstück nicht in einer kompletten Neubausiedlung. Die paar Häuser die dort hochgezogen werden, liegen zwischen Bestandsimmobilien.
Die Größe war auch optimal. Wir stellten uns ca. 750 qm vor.  Genau die Größe war verfügbar. Wir konnten sagen, dass das ein Grundstück ohne Abstriche und Kompromisse werden könnte.

Weitere Infos zum Grundstück findet ihr hier….